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Freiheit, die Kultur zerstört?

11. Juni 2018 | 19:00

Vortrag von Prof. Dr. Patrick J. Deneen, University of Notre Dame du Lac, USA |

Patrick J. Deneen legt mit seinem Buch »Why Liberalism failed« eine Streitschrift vor, die zu einer Diskussion zu den Grundwerten und Strukturen unserer Gesellschaftsordnung anregt.

Der Liberalismus, der für individuelle Freiheit und Selbstbestimmung steht, scheint sich nun gegen sich selbst zu richten. Denker wie John Locke oder Alexis de Tocqueville nahmen noch Rücksicht auf die Strukturen, von denen sie den Einzelnen emanzipieren wollten. Im Ergebnis führte das zu Aufklärung, Humanismus und Menschenrechten.

Der gegenwärtige progressive Liberalismus hingegen löst, aufgrund von Globalisierung und egalisierendem Finanzsystem, alle die Entwicklung behindernden Dinge auf. Am Ende sind wir doppelt frei: frei von Bindungen und frei von gesellschaftlichen Strukturen. Wehren sich die Sachsen nach Erfahrungen mit Nationalsozialismus und Kommunismus unbewusst genau gegen diese Entwicklung? Ist dies eine Erklärung, warum sich die Gemüter an der Kunstinstallation »Monument« auf dem Dresdner Neumarkt so erhitzten?

Egalität von Geschlecht, Kultur und Religion führt zur Auflösung derselben. Technik und Wirtschaft treiben diesen Prozess bis hin zur Loslösung von unserer natürlichen Basis an, wie Deneen darstellt. Zurück bleiben körperlose Monaden, deren Steuerung jetzt einen starken Staat erfordert, der immer stärker wird, je isolierter der Einzelne ist. Damit sind aber auch Manipulation und vorgefertigten Meinungen Tür und Tor geöffnet. Ob Stärkung von Hedge-Fonds, Gender, Liquid Democracy oder Antireligiosität – der progressive Liberalismus hat nur ein Ziel, die Auflösung der Strukturen, die uns zusammenhalten. Er verkennt den Wert von Gemeinschaft und Kultur und liefert den Einzelnen dem Markt und dem Staat schutzlos aus. Ist die Demokratie in Gefahr?

Konservativ sein heißt nicht, sich zwischen rechts und links im Parteienspektrum zu positionieren, sondern generelle Zurückhaltung gegenüber dieser Entwicklung zu üben. Das ist nicht spezifisch christlich, wie Armin Laschet glauben machen will, oder passt nicht nur zu den Grünen, wie Wilfried Kretschmann behauptet, sondern verbindet jene, denen wichtig ist, was uns prägt und was uns eint: Beheimatungen, familiäre Strukturen sowie Bewahrung der Schöpfung. Vor allem setzen sie sich für Verantwortungsübernahme und Subsidiarität als Grundprinzipien der Demokratie gegen staatliche Überregulierung ein.

 

In Zusammenarbeit mit der TU Dresden, Professur für Politische Systeme und Systemvergleich.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Eine Simultanübersetzung mit Kopfhörern steht zur Verfügung.

Weitere Informationen und Anmeldung

(Textquelle: Veranstalter)

Details

Datum:
11. Juni 2018
Zeit:
19:00
Veranstaltungskategorien:
,
Veranstaltung-Tags:
Website:
http://www.kas.de/sachsen/de/events/77529/

Veranstaltungsort

Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Lingnerplatz 1
Dresden, 01069 Deutschland
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Website:
http://www.dhmd.de/index.php?id=37