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Jüdisch-christliche Tradition? Zur Problematik eines Bindestrichs

10. März 2016 | 19:00

Vortrag von Prof. Dr. Rainer Kampling, Berlin und Rabbiner Dr. Walter Rothschild, Berlin |

Das Verhältnis von Religionen bzw. religiös-kulturellen Traditionen zueinander ist nicht immer unproblematisch oder auf einen einfachen Nenner zu bringen. Dies gilt auch für das Verhältnis von Judentum und Christentum. Heute sprechen viele mit scheinbarer Selbstverständlichkeit von der »jüdisch-christlichen Tradition« Europas. Dafür gibt es durchaus gute Gründe. So sind etwa jüdische Vorstellungen zu Arbeit, Ehe und Familie über das Christentum zu allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungen geworden. Allerdings darf dabei nicht die Geschichte von Ausgrenzung und Gewalt ausgeblendet werden, die in der Shoa gipfelte.

Der Bindestrich zwischen den beiden Adjektiven »jüdisch« und »christlich« ist also keineswegs harmlos. Schon gar nicht darf die Rede von der »jüdisch-christlichen Tradition« als Kampfbegriff missbraucht und – etwa mit antiislamischer Stoßrichtung – instrumentalisiert werden. Der Bindestrich wird zum Anlass für vertieftes Nachdenken.

Prof. Dr. Rainer Kampling lehrt Biblische Theologie am Seminar für Katholische Theologie der Freien Universität Berlin. Dr. Walter Rothschild war bis 2015 Landesrabbiner in Schleswig-Holstein und betreut derzeit mehrere liberale jüdische Gemeinden.

Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Dresden und mit freundlicher Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden.

(Textquelle: Veranstalter)

Veranstaltungsort

Haus der Kathedrale
Schloßstraße 24
Dresden, 01067 Deutschland
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Website:
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