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Neonazis, Anitsemitismus und Rassismus in der DDR 1988 bis 1990

22. Juni 2017 | 18:00

Vortrag mit Videofilmen, Fotos und Tonbandmitschnitten |
Referent: Peter Wensierski, Berlin |

Der Journalist Peter Wensierski berichtete bereits 1988 im ARD-Fernsehmagazin »Kontraste« über junge Neonazis in der DDR, die für den SED-Staat offiziell nicht existierten. Die DDR inszenierte sich zwar gern als antifaschistischer Staat, doch handelte es sich bei den in der Nähe von Dresden und in Ost-Berlin gefilmten Rechtsradikalen nicht um Einzelfälle. Einer von ihnen bekannte sich vor der Kamera offen als »Faschist«, dessen Aufgabe es sei, »Nationalgefühl« und »faschistisches Gedankengut« zu verbreiten. Etwas später sagte er über die ostdeutsche Rechtsextremisten-Szene: »Es gibt viele, die sich zu irgendwelchen Anschlägen bereit erklären, auch bewaffneter Natur.«

Es sind Aufnahmen, die klarmachen, dass Neonazis und Rechtsextreme auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nach dem Mauerfall nicht plötzlich vom Himmel gefallen sind. Wensierski zeigt teils bislang unveröffentlichtes Material jener Zeit und geht mit dem Publikum im Gespräch den Fragen nach, wie der aktuelle Kenntnisstand darüber ist, wie groß das Ausmaß rechter Gewalttaten zu DDR-Zeiten war, was zu den spezifischen Wurzeln dieser Radikalisierung gehört hat, und wohin deren Schatten bis heute reicht.

Zum Referenten:
Peter Wensierski, geboren 1954, begann seine Arbeit als westlicher Reisekorrespondent 1979 mit Berichten und Reportagen aus der DDR. Als Dokumentarfilmer, Reporter und Buchautor berichtete er über die aufkommende Oppositionsbewegung. Seit 1993 arbeitet er beim SPIEGEL im Deutschlandressort. Mit dem Buch »Schläge im Namen des Herrn« eröffnete er 2005 die Debatte über Missbräuche in der Heimerziehung. Sein 2014 erschienenes Buch »Die verbotene Reise« über eine ungewöhnliche Flucht aus der DDR wurde ein Bestseller. Soeben erschien: »Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution – wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte«.

(Textquelle: Veranstalter)

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden
Wilsdruffer Straße 2
Dresden, 01067 Deutschland
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Website:
http://www.museen-dresden.de/index.php?lang=de&node=stadtmuseum