Nachbarschaft in dunkler Zeit | Judenverfolgung und Schoa im Dresdner Norden (1933–1945)

Ab 26. Januar 2018 | 
Ausstellung in der Kulturkirche Weinberg | 

 

Am Freitag, dem 26. Januar 2018 wird um 19 Uhr in der KulturKirche Weinberg die Ausstellung »Nachbarschaft in dunkler Zeit. Judenverfolgung und Schoa im Dresdner Norden (1933–1945)« eröffnet.

Gezeigt wird u.a. der Originalfilm »Zusammenlegung der letzten Juden in Dresden in das Lager am Hellerberg am 23. und 24. Nov. 1942« mit Erläuterung durch Ernst Hirsch (Dresden, Hirsch-Film) & Markus Gryglewski (Berlin, Historiker), die beide anwesend sein werden. Ein Grußwort wird zudem der Schirmherr der Ausstellung Markus Ulbig, MdL, sprechen.

Die Ausstellung wurde in den letzten Monaten von dem Dresdner Historiker Daniel Ristau, M.A., erarbeitet und wird zu den Veranstaltungen des Vereins KulturKirche Weinberg, zu den regelmäßigen Gottesdiensten sowie auf Anfrage zu besichtigen sein.

Der Eintritt zu der Ausstellungseröffnung ist frei. Spenden zur Unterstützung der Arbeit sind willkommen.

 

Zum Hintergrund der Ausstellung:

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde in Dresden Antisemitismus zum Teil der staatlichen und städtischen Politik. Betroffen waren davon rund 5000 Mitglieder der Dresdner Israelitischen Gemeinde sowie zahlreiche hier lebende jüdisch stämmige Menschen. Als ›Juden‹ zunehmend entrechtet und verfolgt, wurden sie, sofern ihnen nicht die Emigration gelang, in vielen Fällen Opfer der Schoa. Die Ausstellung »Nachbarschaft in dunkler Zeit« soll für den Dresdner Norden exemplarisch das Ende des bislang bestehenden Miteinanders sowie die Verfolgung von ›Juden‹ und ›Nichtjuden‹ nachzeichnen.

Die Besonderheit der Ausstellung wird darin liegen, dass konkrete historische Orte in den Blick genommen werden. Das bis zu den Novemberpogromen 1938 von einem jüdischen Inhaber geführte Unternehmen Rehostat, das Judenlager Hellerberg, das auch jüdische Zwangsarbeiter beschäftigende Goehle-Werk und der Neustädter Bahnhof als Drehscheibe der Deportationen in die Vernichtungslager zeigen, dass Judenverfolgung und Schoa vielfach in direkter Nachbarschaft der Dresdner Bevölkerung stattfanden. Beispielhaft werden u.a. die Folgen der Novemberpogrome anhand von Dokumenten aus der Leipziger und Großenhainer Straße, d.h. in der direkter Nachbarschaft, nachgezeichnet. Alle diese Orte sind meist heute noch vorhanden und können nach wie vor in der unmittelbaren Umgebung der Ausstellung aufgesucht werden. Die Zeitzeugen werden jedoch immer weniger, so dass »Nachbarschaft in dunkler Zeit« auch ein Impuls sein soll, sich mit der Erlebnisgeneration auseinanderzusetzen.

Zusätzlich wird historisches Filmmaterial ausgewertet und im Rahmen der Ausstellungseröffnung gezeigt. Neben Bild- und Filmmaterial führen die dokumentierten Erinnerungen von Zeitzeugen und einzelne Objekte diesen Ausschnitt der Stadtgeschichte vor Augen. Sie regen zur Auseinandersetzung mit dem Zusammenleben und dem Umgang von Menschen und Nachbarn miteinander in Vergangenheit wie Gegenwart an.

 

Veranstalter:
Kulturkirche Weinberg Dresden Trachenberge e.V.

Veranstaltungsort:
KulturKirche Weinberg, Weinbergskirche Trachenberge, Albert-Hensel-Straße 3, 01129 Dresden

Besichtigungszeiten:
Zu den Veranstaltungen des Vereins KulturKirche Weinberg, zu den regelmäßigen Gottesdiensten sowie auf Anfrage.

Weitere Informationen

(Textquelle: Veranstalter | Bild: Goehlewerk Dresden, Quelle: Veranstalter)