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Wohnt jedem Friedensschluss der nächste Krieg inne? Oder: Wie können wir Frieden machen, ohne neue Gewalt zu provozieren?

26. Februar 2018 | 14:00

ErzählCafé zum menschlichen Vermögen, Frieden zu schließen |

Im letztjährigen Grunaer FriedensCafé erfüllte ein Ahnen den Raum, dass es einen anderen Frieden braucht. Ein Frieden, der nicht die Abwesenheit von Krieg meint, sich also nur darauf bezogen zu denken vermag, sondern ein wahrhaft friedliches Zusammenleben. Daran knüpfen die Veranstalter 2018 an, in dem sie die Fähigkeit ins Zentrum unserer Suche rücken, Frieden machen zu können.

Am Ende ihrer Tagebücher 1939–1945 schreibt die nicht nur in Kinderzimmern heimische Autorin Astrid Lindgren: »Zwei denkwürdige Ereignisse hat das Jahr 1945 gebracht: Frieden nach dem zweiten Weltkrieg und die Atombombe. Der Frieden bietet keine große Geborgenheit, die Atombombe wirft ihren Schatten auf ihn.« In die Freude über den endlich errungenen Frieden mischt sich schon eine Vorahnung kommender Konflikte. Sind deshalb die Tagebücher psychiatrienah übertitelt mit »Die Menschheit hat den Verstand verloren«? Dabei hatte sie sicher nicht nur die Kurzlebigkeit von Friedensschlüssen in Nachbarländern wie Finnland oder Polen vor Augen, sondern wusste um den Keim des Versailler Vertrages von 1919 für noch verheerendere Kriege, aus denen sich Schweden zwar weitgehend heraus zu halten vermochte, aber selber nicht unberührt blieb.

In unserem ErzählCafé werden wir verschiedenen Impulsen folgen und immer wieder unser Vermögen hinterfragen, friedlich miteinander leben zu können trotz unterschiedlicher Erfahrungen, Interessen und Bestrebungen. Auszüge aus LEBENSBÜCHERN Dresdner Senioren geben den Nachgeborenen Fragen weiter zur besonderen Verantwortung von Siegern nach Kriegen, aber auch dem Umgang mit Schuld und Sühne bei allen Beteiligten. Eine Nachbarin befragt uns nach der Erziehung der Nachkommen zum Frieden – mit Blick in so manches Kinderzimmer und auf manchen PC.

Auch der scheinbar unlösbare Konflikt im Nahen Osten macht uns ratlos: »Das ist kein Gefühl der Freude oder des großen Triumphs – unsere Stiefel im Nacken der Araber. Wir haben gewonnen, wir haben sie erledigt. Aber ich glaube nicht, dass wir zum letzten Mal die Uniformen angezogen haben, weil wir eine Besatzungsarmee geworden sind. Du kannst es ›verwaltete Gebiete‹ nennen, aber wir sitzen auf einem Stück Land mit einer tief verwurzelten, arabischen Bevölkerung. Und ich glaube, in der nächsten Runde wird der Hass der Araber auf uns noch viel größer sein. Und der nächste Krieg noch grausamer«, nahm der israelische Soldat Avishai Grossmann 1967 das Geschehen der nächsten 50 Jahre vorweg (Dokumentarfilm »Censored Voices« von 2015).

Wem das zu weit weg erscheint, möge die Erfahrungen einer Friedensrichterin aus dem Alltag von Nachbarn in Dresdner Stadtteilen lauschen – dazu eigenes Verhalten bedenken und miteinander ins Gespräch kommen.
Wir gelangen vermutlich zur Frage nach der menschlichen Qualität und Nachhaltigkeit von Friedensanstrengungen. Diese Frage verbindet uns alle unabhängig ihrer Kultur, Weltanschauung, ethnischen Zugehörigkeit, ihres Alters und Geschlechts. Und es fängt in unserem Stadtteil an, in unserer Nachbarschaft, im Haus, unserer Familie – in unseren Herzen.

Hat die friedliebende Menschheit nicht gerade der Ermordung Gandhis gedacht?

 

Veranstaltungsort:
Gemeindehaus der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Gruna, Bodenbacher Straße 24

(Textquelle: Veranstalter)

Details

Datum:
26. Februar 2018
Zeit:
14:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Website:
http://www.sigus-dd.de/index.php?pid=25#Erzaehlcafe